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Es ist doch nur eine einfache Hausaufgabe, oder?

Irene Winter war überrascht, als mein Kollege und ich sie auf eine Hausaufgabe ansprachen, die sie vor kurzem im Englisch-Unterricht gegeben hatte. „Es ist doch nur eine einfache Hausaufgabe“, sagte sie. Doch wir wussten, dass in dieser Übung mehr steckte, als man auf den ersten Blick bemerkt.

Die Tochter meines Kollegen Morten Fahlvik, Bildungsforscher bei itslearning, besucht jenes Privatgymnasium in Bergen, an der Irene die Fächer Englisch und Musik unterrichtet. Ihn beeindruckte die allererste Hausaufgabe, die seine Tochter im Englisch-Unterricht bekam. Die Schüler sollten einen Filmclip anfertigen, in dem sie über sich selbst und ihre Erfahrungen mit der englischen Sprache berichten sollten. Das klang einfach, doch die tatsächliche Komplexität der Aufgabe veranlasste Morten, Irene zu den pädagogischen Absichten hinter ihrer Aufgabenstellung zu befragen.

„Durch diese Hausaufgabe kann ich sehr viel erfahren“, erklärt Irene. „Da dies alles neue Schüler für mich sind, hilft mir die Aufgabe, die Gesichter den Namen zuzuordnen und zugleich mehr über ihre Sprechfertigkeiten, ihr Vokabular und ihre Aussprache zu erfahren. Und nicht zuletzt lerne ich sie dabei etwas kennen. Auf diese Weise baue ich eine Beziehung auf und bekomme ich einen tieferen Einblick in ihren Lernprozess. Es ist sehr wichtig, zu wissen, wie Ihre Schüler ticken.“

Technisch versiert

Die meisten Schüler legten sich bei dieser Hausaufgabe sehr ins Zeug, weil sie bei ihrer neuen Lehrerin einen guten Eindruck machen wollten. Die meisten von ihnen haben keine Probleme mit der Technik, so dass der technische Aspekt bei der Filmaufnahme im Großen und Ganzen reibungslos verlief. Irene forderte die Schüler auf, Photobooth für die Aufnahme der Clips zu verwenden. Es konnte aber auch der integrierte Videorekorder auf itslearning verwendet werden. Unten sehen Sie einen Screenshot von Irenes Hausaufgabe. (Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.)

Irene erläutert, dass sie mehrere Ziele im Kopf hatte, als sie die Hausaufgabe erstellte:
  • die Schüler als Einzelpersonen kennenzulernen, um ihre Bedürfnisse und Wünsche festzustellen,
  • ein Gefühl für ihre Aussprache, ihr Vokabular und ihre Sprechfertigkeiten zu bekommen,
  • die Schüler dazu zu bringen, über ihre Englisch-Kenntnisse, ihre Motivation bei diesem Fach und den Arbeitsaufwand nachzudenken, der erforderlich ist, um sich in diesem Fach zu verbessern,
  • die Bedürfnisse, Wünsche und Ängste der Schüler im Hinblick auf den Englisch-Unterricht zu ermitteln – so haben manche Schüler Angst, laut auf Englisch in der Klasse zu sprechen,
  • die Schüler zu veranlassen, über ihre Haltung gegenüber den Englisch-Unterricht und die korrekte Verwendung der Grammatik nachzudenken,
  • den Schülern eine Übungsmöglichkeit bei der Verwendung von Technik zu geben, wovon sie in der Zukunft profitieren werden.

Erkenntnisse

Für Irene war es wichtig, herauszufinden, ob ihre Schüler irgendwelche Vorbehalte oder Besorgnisse im Hinblick auf den Englisch-Unterricht hatten. Sie versicherte ihnen, dass niemand anderes diese Videos ansehen würde. Einige Schüler nutzten dies, um über ihre Ängste zu sprechen, laut Englisch in der Klasse zu reden. In früheren Jahren hat Irene festgestellt, dass sie oft viel zu spät von solchen Problemen erfahren hat. Wenn sie das früher mitbekommen hätte, hätte sie viel rascher auf diese Probleme reagieren können. Die Videos ermöglichten es den Schüler, Dinge mitzuteilen, die sie vielleicht niemals offen in der Klasse angesprochen hätten.

Irene berücksichtigt diese wertvollen Informationen bei der Vorbereitung ihres Unterrichts. Sie versucht, Schülern, denen es Angst bereitet, offen in der Klasse zu sprechen, nicht so häufig das Wort zu geben. Sie lässt ihren Schülern oft die Wahl, ob sie lieber in Gruppen oder einzeln arbeiten möchten oder ob sie lieber verbal oder schriftlich kommunizieren möchten usw.

Die Schüler haben die Wahl

Mit itslearning kann Irene ihren Schülern leichter solche Wahlmöglichkeiten anbieten. So unternahmen beispielsweise einige ihrer Schüler mehrere Versuche, ihre Videos zu Hause aufzunehmen, und meinten, dass das Ergebnis einfach nicht gut genug war. Sie meldeten sich über itslearning bei Irene. Sie konnte diese Schüler beruhigen, indem sie ihnen die Option bot, nur eine Audiodatei aufzunehmen oder ihre Antwort schriftlich abzugeben. Irene riet ihnen davon ab, nur ein Manuskript abzulesen. Sie sollten stattdessen möglichst frei reden, weil dies ihr mehr Einblicke geben würde, wie flüssig ihr Englisch schon war.

Zwischen den Zeilen lesen

Die Videos gaben Irene auch die Möglichkeit, bei den Antworten ihrer Schüler zwischen den Zeilen zu lesen. So bekam sie manche wertvolle Information über das Niveau ihres Selbstvertrauens und über ihre Haltungen. Einige Schüler waren extrovertiert und entspannt bei ihren Präsentationen, andere hingegen recht introvertiert. Einige lagen bei der Aufnahme entspannt auf ihren Betten, während andere sich im Badezimmer verbarrikadierten, um ihre Ruhe zu haben.

Einige der Schüler mit wenig Selbstvertrauen sprachen tatsächlich recht gut Englisch. Die Hausaufgabe ermöglichte Irene, dies zu erkennen und den betreffenden Schülern wichtiges Feedback zu geben. Mit itslearning können Lehrer Kommentare hinzufügen, wenn sie ihren Schülern die bewerteten Hausaufgaben zurückgeben. Die Lehrer können zudem Audio- oder Videodateien mit ihrem Feedback einbetten, um der Sache eine persönliche Note zu geben.

Nur eine einfache Hausaufgabe!

Sie sehen: Diese auf den ersten Blick so einfache Hausaufgabe hatte es wirklich in sich! Vielen Dank an Irene, die uns gezeigt hat, wie eine „einfache“ Hausaufgabe am Anfang des Schuljahrs eine große Menge an sehr wertvollen Informationen erzeugen kann.

 

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